Die Rosenheim-Cops: Der Schein trügt | ORF 2 | 25.12.2025

Einleitung – Ein Turnier mit tödlichem Ausgang

Beim traditionsreichen Schafkopf-Turnier „Die 24 Stunden von Rosenheim“ kommt es zu einem unfassbaren Zwischenfall: Ein Finalist wird erschlagen aufgefunden. Was zunächst wie ein tragischer Unfall wirken könnte, entpuppt sich rasch als kaltblütiger Mord. Nun ermitteln Kripo und Staatsanwaltschaft in der idyllischen Umgebung Rosenheims – und enthüllen Stück für Stück, wie dicht das friedliche Kartenspiel und tödliche Gewalt beieinanderliegen.

Die Szene des Verbrechens – Ruhe bis zur Entdeckung

Es ist kurz nach Mitternacht, als die Nacht des Turniers in eine Nacht des Schocks umschlägt. Der Veranstaltungsort – eine stilvolle Turnierhalle mit Bierbänken, blau-weißem Dekor und karierter Tischwäsche – ist bis dato erfüllt von Gelächter, konzentriertem Murmeln und dem rhythmischen Klackern von Holz-Spielsteinen. Diese heitere Atmosphäre wird jäh zerstört, als ein Finalist leblos im Hinterraum entdeckt wird. Ein wütender Schlag, gezielt geführt, hinterlässt eine verblüffende Stille. Das war kein Unfall.

Tatortanalyse – Spuren, Hinweise, Verdächtige

Die Kriminaltechniker rücken sofort aus. Blutspuren auf dem Boden, ein weggeworfenes Kartenblatt – alles wird penibel dokumentiert. Die Akte beginnt sich zu füllen mit Einzelheiten: Der Schlag musste schnell, aber kraftvoll gewesen sein. Ein Blutfleck auf einem Hemdkragen deutet darauf hin, dass der Täter körpernah gearbeitet hat. Zeugen berichten, der Ermordete habe kurz vorher mit einem anderen Finalisten diskutiert – über Spielzüge, Einsätze, vielleicht gingen Emotionen zu weit…

Motive im Kartenspiel – Spiel, Ehre, Druck

Ein Schafkopf-Turnier dieser Größenordnung ist kein harmloser Kartennachmittag. Mehr als nur Unterhaltung: Prestige, Geldpreise, auf einander Insider-Späße und alter Wettbewerb. Gerüchte kursieren, dass der Ermordete hohe Einsätze eingegangen sei, sogar Schulden angehäuft habe. Wer hätte ihn zu einer Entscheidung zwingen wollen? Und hätte der Druck gereicht, ihn zu töten? Auch Neid spielt eine Rolle; ein plötzlicher Sieg oder eine Wanzelei am Finaltisch kann leicht zum Auslöser für Hass werden.

Psychogramm des Opfers – Wer war er?

Der Ermordete war ein erfahrener Schafkopf-Spieler, lokal bekannt, beliebt und respektiert. Dennoch – wie in vielen Freundeskreisen – unter der Oberfläche Schatten: familiäre Probleme, finanzielle Engpässe, möglicherweise eine heimliche Spielsucht. Seine ruhige Höflichkeit könnte ein Deckmantel gewesen sein, hinter dem Verbitterung gedieh. Wo Licht ist, da ist oft auch Schatten – im Kartenspiel so wie im Leben.

Ermittlungen – Spurensuche im Kartensaal

Die Ermittler laden alle Teilnehmer ein, sowohl Spieler als auch Turnierpersonal. Jeder wird zum potentiellen Zeugen – oder Verdächtigen. Die Auswertung von Handy-Daten, Bankbewegungen und Gesprächen mit Freunden legt komplexe Beziehungsgeflechte offen. Wer hatte Zugang zum Raum? Wer war zuletzt allein mit dem Opfer? Die Kriminalpolizei überprüft Überwachungskameras – auch wenn der Spielsaal selbst filmfrei war, möglicherweise gab es Zugriffspunkte oder Fluchtwege.

Dynamik im Dorf – Gerüchte, Angst, Solidarität

In Rosenheim ist nichts, was das Kartenspiel betrifft, unbemerkt geblieben. Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer – auf der Dorfkneipe, dem Marktplatz, in lokalen sozialen Medien. Manche klagen über zunehmenden Misstrauensdruck: „Warst du auch beim Turnier?“ Andere zeigen Solidarität: Die Kartenvereine bieten Unterstützung an, veranstalten Trauerabende, gedenken dem Opfer. Doch gleichzeitig nehmen Schatten zu – „Wer war’s?“ wird häufiger geflüstert als