“Die Rosenheim-Cops” bei ZDF im Live-Stream und TV: Folge 17 aus Staffel 11 der Krimiserie
Der Ausstieg aus einem langlebigen Erfolgsformat wie den „Rosenheim-Cops“ war für Burger keine leichte Entscheidung. Es war der Verzicht auf ein sicheres, wenn auch zunehmend unbefriedigendes, Einkommen und eine Garantie auf kontinuierliche Arbeit. In Interviews gab die Schauspielerin offen zu, dass sie nach dem Entschluss, die Serie zu verlassen, von Zukunftssorgen geplagt wurde. Die Ängste waren begründet, denn in der deutschen TV-Branche herrscht für weibliche Schauspielerinnen jenseits der 50 oft eine deprimierende Job-Flaute. Die Angebote fließen nicht mehr automatisch, und das Vorspreche

n für neue, spannende Rollen wird zum Kampf.
Die Unsicherheit, die Burger verspürte, wird auch von anderen Kolleginnen geteilt. Auch „Rosenheim-Cops“-Star Karin Thaler (die Marie Hofer spielt) bestätigte öffentlich, dass es für Frauen „über 60 schwer“ sei, neue Rollen zu bekommen. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, das die Erfahrung und das Talent gestandener Schauspielerinnen oft ignoriert zugunsten von jüngeren Gesichtern. Marisa Burger, die den Sprung wagt, verlässt damit eine Position der Sicherheit, in der sie über zwei Jahrzehnte lang „nur funktionieren“ musste, wie sie rückblickend die sinkenden kreativen Freiräume am Set kritisierte.
Jedoch beweist Burger in einem überraschenden Coup, dass das Schicksal der Schauspielerin nicht vom Alter bestimmt werden muss, solange die eigene Initiative und Leidenschaft vorhanden sind. Während die TV-Angebote vielleicht nicht sofort in Hülle und Fülle kamen, hat sich Burger ihren „größten Wunsch“ nach dem stressigen Drehalltag erfüllt: die Rückkehr zur Theaterbühne.
Ihre Ängste, ohne Job dazustehen, haben sich in Luft aufgelöst. Die Schauspielerin übernimmt ab Februar 2026 eine Hauptrolle in der Komödie „Kleine Verbrechen unter Liebenden“ an der Seite von Jan Sosniok. Das Theaterstück wird im Winterhuder Fährhaus in Hamburg aufgeführt, was für Burger nicht nur einen beruflichen, sondern auch einen räumlichen Neuanfang bedeutet. Sie freut sich darauf, „ein bisserl aus München wegzugehen“, und die neue Rolle erfüllt sie mit großer Freude. Es ist ein mutiger Schritt, der sie zu ihren künstlerischen Wurzeln zurückführt und beweist, dass neue Kapitel auch jenseits der TV-Garantien warten, selbst wenn die oberflächliche Branche Frauen über 50 oft das Gefühl gibt, „vorbei“ zu sein.
Ihre kritischen Worte gegen das ZDF und die Produktionsbedingungen der „Rosenheim-Cops“ – die mangelnde Wertschätzung, die Sparmaßnahmen und die gefühlten Gagenkürzungen trotz des enormen Erfolgs – untermauern ihren Entschluss, die Serie zu verlassen. Der Satz „Das ist jetzt vorbei“ bezieht sich nicht nur auf die Konstanz ihres Einkommens, sondern auch auf die Phase, in der sie ihre künstlerische Freiheit den Zwängen eines erfolgreichen Serienbetriebs unterordnen musste. Marisa Burger bricht mit dem Klischee der verbitterten Serienstars, die nach dem Ausstieg in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Sie wählt bewusst den künstlerischen Weg des Theaters, um die Kontrolle über ihre Karriere zurückzugewinnen.
Ihr Neustart ist somit ein doppeltes Statement: Einerseits ein Fingerzeig auf die Altersdiskriminierung in der TV-Welt, andererseits eine leidenschaftliche Wiederbehauptung ihrer eigenen schauspielerischen Unabhängigkeit.