Hans Sigl lüftet spannendes “Bergdoktor”-Geheimnis
Seit über 20 Jahren gehört “Der Bergdoktor” zu den erfolgreichsten Serien im deutschen Fernsehen. Nun verrät Hauptdarsteller Hans Sigl ein lange gehütetes Geheimnis über die besondere Dramaturgie der ZDF-Serie.
In der dritten Folge der 19. Staffel “Der Bergdoktor” kümmert sich Dr. Gruber um Michael Fellner, der mit seinem “Wunschmobil” Sterbenden letzte Herzenswünsche erfüllt. Als Fellner selbst starke Kopfschmerzen plagen, entdeckt Martin Gruber einen Gehirntumor.
In einem Interview mit der “Neuen Osnabrücker Zeitung” spricht “Bergdoktor”-Darsteller Hans Sigl, wie sich die Dramaturgie der Serie verändert hat – besonders in Bezug auf Grubers Patienten.
“Das Bergdoktor”-Prinzip war früher flach

“Das ganze Konzept war anfangs noch recht flach”, so Hans Sigl. “Die Geschichten liefen ja so: Ein Junge hat ein Herzproblem, das haben wir in Minute sieben erfahren. In Minute 25 ist der Notfall, in Minute 30 wird operiert, und in Minute 42 sitzt er auf dem Baum und sagt, hurra, ich habe ein neues Herz.” Das sei alles sehr “zusammengeschoben” gewesen, ohne Figurenentwicklung.
Heute sei das anders. Hans Sigl erklärt das sogenannte “Bild”-Prinzip, nach dem die Episoden strukturiert sind. Um dem Publikum Orientierung zu geben, sei genau festgelegt, in welcher Szene was passiert. “Um die zwanzigste Szene herum, wir sprechen von Bild 20, kommt die Erstanamnese, ungefähr in Bild 30 die zweite”, so der “Bergdoktor”-Star.
Dieses klare Raster sei auch deshalb wichtig, weil das ZDF im Sommer gekürzte 45-Minuten-Fassungen wiederholt. In der Mitte jeder Folge liege daher ein erzählerisches Scharnier: die Frage, ob man beim Patienten etwas Entscheidendes übersehen habe. Deshalb würden Informationen wie Name oder Beruf der Patienten später bewusst wiederholt – ein Detail, das vielen Zuschauern gar nicht auffällt, aber wichtig für die Dramaturgie ist.
Früher gab weniger Gaststars beim “Bergdoktor”
Hintern dem Erfolg des “Bergdoktors” stehen nicht nur die Hauptdarsteller um Hans Sigl, sondern auch die prominenten Gastdarsteller. Das war nicht immer so, erinnert sich Hans Sigl. In den Anfängen hatte das flache Konzept viele Schauspielkollegen abgeschreckt. Erst mit dem internationalen Serienboom, ausgelöst unter anderem durch den Erfolg von “House of Cards”, änderte sich das. Plötzlich galten TV-Serien als prestigeträchtig. Ein Schlüsselmoment war für Sigl der Auftritt von Oliver Wnuk, der in einer Episode einen kranken Tubisten spielte. Danach habe Wnuk zu ihm gesagt: “Jetzt kann man es machen.”