„Unter uns“-Kommentar: Irene Weigel ist zurück und selbst die Verwirrung ist verwirrt!
In Soaps ist bekanntlich vieles möglich. Aber die Rückkehr von Irene Weigel? Die hat dem Begriff „wundersame Wendung“ noch einmal liebevoll ein Krönchen aufgesetzt. Und nein, damit ist nicht gemeint, dass eine bereits beerdigte Person durch gewisse „Umstände“ plötzlich wieder unter den Lebenden weilt. Das ist in einer Soap ja fast schon gehobener Standard. Wer in einer Daily tot ist, ist schließlich nicht zwingend tot, sondern oft nur dramaturgisch zwischengelagert. Versteht mich nicht falsch: Irenes Rückkehr ist großartig. Wirklich. Herzlich willkommen zurück! Aber der Weg dahin war ungefähr so realistisch wie ein Finanzamt, das sagt: „Ach komm, behalten Sie das Geld einfach.“
Los ging alles damit, dass Anna plötzlich von ihrer Mutter träumt. Nicht einfach so ein verschwommener Traum, wie man ihn hat, wenn man abends zu spät noch Käse gegessen hat. Nein, ein Traum mit so viel Nachdruck, dass Anna direkt in die Schillerallee kommt, um der Familie klarzumachen: Irene lebt noch! Begründung: Bauchgefühl mit REM-Phase. Und weil das natürlich noch nicht reicht, um eine Tote wieder auf die Tagesordnung zu setzen, passieren allerlei seltsame Dinge. In der Konditorei fällt ein Bild herunter. Eine Zeitkapsel von alten Bekannten taucht auf – von Menschen, die Irene sehr nahestanden, aber offenbar keine Ahnung haben, dass sie tot ist. So weit, so soap-mäßig. Das kann man noch unter „Ist halt so“ abheften und mit einem müden Lächeln akzeptieren.
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Doch dann träumt plötzlich auch Sina von Irene. Und jetzt wird es sportlich: In Annas und Sinas Traum trägt Irene dieselben Klamotten. Natürlich! Denn wenn Tote beziehungsweise Doch-nicht-Tote in Träumen erscheinen, dann mit durchgehender Garderobenplanung. Man will ja schließlich wiedererkennbar bleiben. Kontinuität ist wichtig, auch im Unterbewusstsein.
Von Straftat zu Straftat
Die Weigels beschließen dann tatsächlich, eine Leiche auf dem Friedhof auszugraben, denn sie wollen wissen, ob Irene in ihrem Grab liegt. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Eine Familie hat einen Verdacht – basierend auf Träumen – und plötzlich steht die Exhumierung im Raum, als würde man kurz im Keller nachsehen, ob noch Apfelsaft da ist. In der Schillerallee heißt das nicht Straftat, sondern Familienzusammenhalt.
Dann findet Sina innerhalb weniger Minuten eine Bekannte, die einen DNA-Test macht. Andere haben jemanden, der beim Umzug hilft. Sina hat jemanden für spontane Friedhofs-DNA-Fragen. Sehr nützlich. Über Baris und den Zoll wird schließlich herausgefunden, wer die Frau ist, deren Totenruhe man da gerade gestört hat. Wer kennt es nicht? Man gräbt eine Leiche aus, sammelt ein bisschen DNA, klingelt beim Zoll durch, und zack, Familienrätsel gelöst!
Die Botschaft für Traumfragen
Dann reisen Anna und Paco nach Thailand, um Irene zu finden. Die deutsche Botschaft lässt nach einem kurzen Gespräch nichts unversucht, um Irene aufzuspüren – eine Frau, die laut aller Papiere, die irgendwo legal existieren, längst tot ist. Aber Anna hatte eben einen Traum. Und wenn eine Behörde eines ernst nimmt, dann nächtliche Visionen aus der Schillerallee.
„Warum glauben Sie, dass diese offiziell verstorbene Person noch lebt?“
„Ich habe von ihr geträumt.“
„Verstehe. Wir setzen sofort alles in Bewegung.“
Apropos Traum: Einen richtigen Suchtrupp in Thailand braucht es dann auch nicht. Anna hat nämlich so präzise geträumt, dass sofort klar ist, in welchem Gefängnis Irene sitzt. Das ist natürlich praktisch. Andere Menschen träumen wirres Zeug über Matheklausuren in Unterwäsche. Anna träumt mit Standortfreigabe, Aktenzeichen und Behördenanschluss.
Und so bleibt am Ende ein großes, herzliches: Willkommen zurück, Irene! Die Schillerallee ist mit dir ein Stück vertrauter, wärmer und spannender. Aber mal ehrlich: Der Weg dorthin war nicht einfach nur Soap. Das war Soap mit Extra-Schaum und einem sehr großzügigen Schuss „Ach komm, wir machen das jetzt einfach“. Ein bisschen Unrealität gehört dazu. Genau dafür lieben viele diese Geschichten. Doch diesmal wurde die Grenze zum Absurden mit Anlauf übersprungen.
„Unter uns“ läuft montags bis freitags um 17:30 Uhr bei RTL und vorab bei RTL+.