Gottschalk-Abschied, Raab-Sinkflug, „Klar“-Eklat und Wahl-TV XXL: Das deutsche Fernsehjahr

Der Schock unter den treuen Anhängern der „Rosenheim-Cops“ sitzt tief. Gerade erst kehrte der charmante Hauptkommissar Sven Hansen nach einer seiner gewohnt mysteriösen Abwesenheiten zurück auf den Bildschirm, da verbreitet sich bereits die Nachricht, dass sein Platz im Kommissariat schon bald wieder verwaist sein wird. Fans fragen sich verzweifelt: Warum wird der smarte Ermittler trotz seines jüngsten Comebacks weiterhin fehlen? In der idyllischen Welt des Chiemgaus, wo man Beständigkeit über alles schätzt, wirft dieses erneute Verschwinden lange Schatten auf die Zusammenarbeit im Team.

Hinter den Kulissen der Erfolgsserie steckt jedoch eine logistische Meisterleistung, die eng mit dem Terminkalender des Schauspielers Igor Jeftić verknüpft ist. Sven Hansen ist kein Unbekannter, wenn es um plötzliche Segeltörns oder berufliche Reisen in seine Heimat Hamburg geht. Doch diesmal scheint die Abwesenheit systematischer Natur zu sein. Der Grund für das fortwährende Fehlen nach dem Kurz-Comeback liegt in der bewährten Rotationsstrategie der Produktion. Da die „Rosenheim-Cops“ fast das ganze Jahr über gedreht werden, gönnt man den Hauptdarstellern versetzte Drehpausen, um die immense Arbeitslast der über 20 Episoden pro Staffel zu bewältigen.

In der fiktiven Welt von Rosenheim wird Hansens erneutes Fehlen wieder einmal für ordentlich Wirbel im Vorzimmer von Frau Stockl sorgen. Während Sven Hansen offiziell meist auf „hoher See“ weilt oder dringende Angelegenheiten im Norden klären muss, müssen seine Kollegen im bayerischen Voralpenland die Stellung halten. Diese Abwesenheiten sind dramaturgisch jedoch ein zweischneidiges Schwert: Einerseits ermöglichen sie spannende Gast-Kommissare und frischen Wind im Revier, andererseits vermisst das Publikum die gewohnt kühle, hanseatische Art, die so wunderbar mit dem bayerischen Grant der Kollegen kollidiert.

Ein weiterer entscheidender Faktor für das anhaltende Fehlen von Sven Hansen sind die privaten Projekte von Igor Jeftić. Der Schauspieler nutzt die Freiräume, die ihm das Rotationsprinzip der Serie bietet, um sich anderen künstlerischen Herausforderungen zu stellen oder einfach Kraft zu tanken für die nächste intensive Drehphase. In Lüneburg oder München munkelt man bereits, dass diese Pausen notwendig sind, um die Figur des Sven Hansen nicht „abzunutzen“. Die Zuschauer sollen sich immer wieder neu auf seine Rückkehr freuen, was die Sehnsucht und damit die Einschaltquoten stabil hält.

Für Frau Stockl bedeutet das erneute Fehlen von Hansen vor allem eines: Mehr Arbeit bei der Koordinierung der Vertretungen. Es ist ein Running Gag der Serie geworden, dass die Sekretärin die Launen der wechselnden Kommissare managen muss, während Hansen sich irgendwo auf der Ostsee den Wind um die Nase wehen lässt. Dennoch bleibt die Frage offen, ob die Fans auf Dauer mit dieser „Häppchen-Präsenz“ ihres Lieblings zufrieden sein werden. Das Comeback fühlte sich für viele nur wie ein kurzes Gastspiel an, bevor der Anker schon wieder gelichtet wurde.

Trotz des erneuten Fehlens gibt es keinen Grund zur Sorge über einen endgültigen Ausstieg. Sven Hansen gehört zum Inventar der Rosenheimer Polizei wie die Brezel zur Brotzeit. Die Produktion betont immer wieder, dass das Modell der wechselnden Ermittler die Langlebigkeit der Serie garantiert. Hansen wird also auch in Zukunft ein „Phänomen auf Raten“ bleiben – mal da, mal weg, aber niemals vergessen. Die Zuschauer müssen sich wohl oder übel damit abfinden, dass ihr hanseatischer Held ein Freigeist bleibt, der kommt und geht, wie es die Gezeiten (und die Drehpläne) verlangen.

In den kommenden Folgen wird die Lücke, die er hinterlässt, durch neue oder altbekannte Gesichter gefüllt, was die Dynamik im Team immer wieder aufs Neue herausfordert. Wenn Sven Hansen dann schließlich dauerhaft zurückkehrt, wird das „Es gabat a Leich!“ für ihn vermutlich wieder mit einer Prise Nordseekluft garniert sein. Bis dahin bleibt den Fans nur die Vorfreude und die Gewissheit, dass in Rosenheim nichts so beständig ist wie der Wechsel der Kommissare.

Die Jagd nach den Mördern im Chiemgau geht weiter, auch wenn einer ihrer fähigsten Männer vorerst wieder die Segel gesetzt hat. Sven Hansen bleibt der große Abwesende, dessen Schatten dennoch über jedem Fall schwebt, den seine Kollegen in der bayerischen Sonne lösen müssen. Wir dürfen gespannt sein, mit welcher Ausrede er bei seinem nächsten „echten“ Comeback durch die Tür des Reviers tritt.

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