“Die Rosenheim-Cops” – Serien – Krimiserie, ZDF, 14.10.2025, 16:10 Uhr – Sendung im TV-Programm – TV & Radio

Legenden, die uns für immer verlassen haben 🚔

Die bayerische Idylle täuscht. Hinter den scheinbar makellosen Fassaden von Rosenheim, wo das Verbrechen so charmant und regelmäßig die Kaffeepause der Kommissare unterbricht, verbirgt sich eine tiefe Melancholie. Die Nachricht „Traurig: Diese „Rosenheim Cops“-Stars sind schon verstorben“ ist nicht nur eine schlichte Aufzählung von Namen, sondern ein erschütternder Stich in das Herz der treuen Fangemeinde. Die beliebte ZDF-Vorabendserie, die seit über zwei Jahrzehnten die Zuschauer fesselt, musste im Laufe der Zeit nicht nur fiktive Morde aufklären, sondern auch den schmerzlichen, realen Verlust von zentralen und liebgewonnenen Darstellern verkraften. Diese Verluste hinterlassen schmerzhafte Lücken, die weder durch neue Figuren noch durch die routinierte Heiterkeit der Serie gänzlich gefüllt werden können.

Ein Name, der sofort tiefe Betroffenheit auslöst, ist der von Joseph Hannesschläger. Er verkörperte über 17 Jahre lang den grantigen, aber herzensguten Kriminalhauptkommissar Korbinian Hofer, das ur-bayerische Herzstück des Ermittler-Duos. Hofer war nicht nur der ruhende Pol neben dem stets wechselnden, oft preußisch-korrekten Kollegen aus München, sondern auch der heimliche Star der Serie. Mit seinem unverkennbaren Charme, seiner Liebe zum Landleben und seinen Sprüchen, die oft zwischen philosophischer Tiefe und bayerischer Sturheit pendelten, prägte er die Serie wie kein Zweiter. Sein plötzlicher, viel zu früher Tod im Januar 2020 nach schwerer Krankheit, während er offiziell noch Teil des Ensembles war, schockte Deutschland. Der Verlust des „Original-Cops“ warf einen langen Schatten über die Produktion und zwang die Autoren zu einer Neuausrichtung, die viele Fans bis heute als unvollständig empfinden. Hannesschlägers Tod warf die unbequeme Frage auf: Kann Rosenheim ohne seinen Hofer dasselbe sein? Die Antwort der Fans war oft ein klares, wehmütiges Nein.

Ebenso schmerzhaft war der Abschied von Helmfried von Lüttichau, der zwar kein Hauptdarsteller im klassischen Sinne war, aber als Kriminaloberkommissar Johann „Hansi“ von Meerscheidt-Hüllesheim – kurz „der von Hüllesheim“ – eine Kultfigur darstellte. Zwar verstarb von Lüttichau nicht während seiner aktiven Zeit in der Serie (er stieg 2018 aus), jedoch hatte seine Figur einen derart prägenden, wenn auch oft komödiantischen, Einfluss, dass sein Name untrennbar mit dem Erfolg der „Rosenheim Cops“ verbunden bleibt. Die Figur des Adligen, der den Dienst bei der Polizei als eine Art exzentrisches Hobby betrachtete, und seine skurrilen Dialoge sorgten stets für die nötige Auflockerung. Der Verlust der Option auf eine Rückkehr dieses beliebten Charakters fühlt sich für viele Zuschauer wie ein endgültiges Schließen eines geliebten Kapitels an. Auch wenn er noch lebt, so ist die Abwesenheit seiner Leichtigkeit ein Verlust für die Serie.

Ein weiterer schmerzlicher Verlust betraf die Nebenrolle, die oft das Rückgrat der Serie bildet: Siegfried Kernen, der Darsteller des kauzigen und stets hilfsbereiten Hubertus Staller. Obwohl die Rolle nicht durchgehend besetzt war, hinterließ Kernen, der die Figur mit trockener Komik und bayerischer Nonchalance ausfüllte, einen bleibenden Eindruck. Er verstarb nach langer Krankheit, und sein Tod führte den Zuschauern erneut vor Augen, wie fragil die Besetzung, die sie Woche für Woche als eine Art zweite Familie betrachteten, tatsächlich ist. Diese Nebenrollen sind es, die das Lokalkolorit und die Glaubwürdigkeit der bayerischen Kleinstadtidylle ausmachen, und ihr Weggang hinterlässt eine spürbare Leere in den Gängen des Kommissariats.

Die Tragik dieser Verluste liegt in der Kontinuität der Telenovela-Struktur. Eine Serie, die so lange läuft, baut nicht nur Charaktere, sondern auch tiefe, parasoziale Beziehungen zum Publikum auf. Die Figuren werden zu fixen Anlaufpunkten im Alltag. Der Tod eines Darstellers bedeutet nicht nur den Verlust einer künstlerischen Leistung, sondern auch das unwiderrufliche Ende einer Illusion. Der Zuschauer weiß, dass Hofer nicht nur im Drehbuch, sondern auch in der Realität nicht zurückkehren wird. Die „Rosenheim Cops“ werden weiter ermitteln, „Es gäbe da noch eine Leich’“ wird weiterhin Frau Stockl verkünden, aber die heitere Oberfläche wird für die Fans immer von dem Wissen unterwandert sein, dass einige der beliebtesten Gesichter für immer fehlen werden.

Der Schmerz dieser Abschiede erinnert die Zuschauer daran, dass die Zeit auch vor der fiktiven Welt von Rosenheim nicht Halt macht. Die Trauer um diese Stars ist ein Tribut an ihre Kunst, eine Anerkennung dafür, dass sie es geschafft haben, ihre Rollen so lebendig und liebenswert zu gestalten, das